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Unsere Reiseberichte für Euch in Wort und Bild zusammengefasst.

 

Montenegro 20. - 23.04.2007

Auf Einladung des montenegrinischen Verbands für asiatische Kampfkünste, fand am Sonntag, den 22.04.2007, ein Seminar im internationalen Kampfkunst Zentrum von Zoran Milovic statt. Seminarleiter Zoran Milovic hatte als Highlight unseren Sensei Robert Kaiser eingeladen, seine Künste im Rahmen dieses Seminars zu lehren und weiterzugeben. Auf der Agenda standen Trainingseinheiten in Karate, Jiu Jitsu, Jodo und Krav Maga; den Lehrgangsteilnehmern wurde Gelegenheit gegeben ihre eigene Kampfkunst in vielen beeindruckenden Demonstrationen vorzustellen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des 6. DAN (Rot/Weiß) im Akido an Predrag Buric. Die Verleihung wurde von Sensei Robert Kaiser auf traditionelle Art vorgenommen.

Seminartagebuch

20. April 2007

Frankfurt – Sonnenschein, 25 °C, die Frisur sitzt – die erste Etappe von Langen über Erzhausen zum Flughafen Rhein/Main konnte mit Uwes Hilfe gemeistert werden. Einchecken und die üblichen Formalitäten, so nun aber in den Abflugbereich – der Mensch als Herdentier stellt sich grundsätzlich an der längsten Schlange an und wartet geduldig bis sich auch der langsamste vorgedrängelt hat – aber gut irgendwann sind auch wir dran… „Führen Sie Flüssigkeiten in Verpackungen größer als 100 ml mit sich?“ fragt der Polizist mit strengem Blick – „Nö!“ die unschuldige Antwort eines arglosen Terr - äh- Touristen. Aber dem Beamten bleibt keine Zahnpastatube verborgen, die zwar fast leer, aber 125 ml groß ist. Na ja, moderne Wegelagerei findet man eben überall – nachdem die besagte Zahnpastatube, das Duschgel und das Shampoo als Tribut abgegeben wurden, das Rasierzeug nach eindringlicher Diskussion der Gnade erliegend, mitfliegen durfte und die geplünderten Vorräte im Duty Free wieder aufgefüllt wurden, konnte die Reise weitergehen.

Oh – schöner Flieger, den hat Lufthansa vor 20 Jahren ausgemustert. Mit viel Gottvertrauen und einer gehörigen Portion Optimismus (immerhin hat der Vogel keine Propeller mehr), bestiegen wir den Flieger.). Eine Narkose mit Bier, Wein oder Sekt wurde uns verweigert und so stürzten wir uns auf das reichhaltig dargebotene kulinarische Angebot – hmm, lecker weiches Brötchen mit Belag, ach Robert, was ich noch fragen wollte: „Was war eigentlich drauf? War von meiner Position aus nicht zu erkennen!“ – Nun, der Richtlinie folgend nichts zu sich zu nehmen, was eventuell schreien könnte, durfte Robert beide Hauptmahlzeiten verzehren – Mahlzeit! Den Rest der Reise fassen wir kurz mit der Bezeichnung „unspektakulär“ zusammen.

Angekommen in Podgorica wurden wir von Zoran Milovic sehr herzlich in Empfang genommen. Er fuhr uns zu unserem Hotel, wo wir Gelegenheit hatten uns frisch zu machen. Bereit uns in das wilde Nachtleben zu stürzen, standen wir gestiefelt und gespornt vor dem Hotel und genossen schon einmal die südländische Gelassenheit.

Im Stadtzentrum trafen wir mit Predrag Buric und seinem Sohn zusammen, wir schlenderten gemeinsam durch die belebten Strassen der Hauptstadt einer sehr jungen Republik. Beeindruckt von den Sehenswürdigkeiten verging der Abend wie im Fluge und wir ließen uns zu einem köstlichen Abendessen, in einem der zahlreichen Restaurants nieder. Frisch gestärkt und langsam auch etwas Müde, wurden wir in unser Hotel zurückgebracht und fielen in die Betten.

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21. April 2007

Frühstück 9:00 Uhr – für manche, der eine oder andere wurde erst gegen 9:30 Uhr gesichtet. Der Raubzug der deutschen Staatsgewalt erforderte noch einen kurzen Abstecher in die City, wo wir auch noch das eine oder andere Souvenir einkauften. Das Taxameter stand zum Schluss bei einem Fahrpreis von 0,65 Cent – wozu braucht man hier ein eigenes Auto? Gestärkt durch ein coffeinhaltiges Heißgetränk in einem der Straßenkaffees, ging es dann zurück zum Hotel.

Für den heutigen Tag hat Zoran etwas Besonderes geplant: Der Bruder seines Schwagers heiratet heute in Niksic, der zweitgrößten Stadt Montenegros. Wir waren eingeladen an der Hochzeit teilzunehmen und mitzufeiern. Riesig – Speis und Trank, Musik und Tanz, bis in den späten Nachmittag wurde ausgelassen gefeiert. Gegen 19:00 Uhr haben wir uns dann herzlich von den Hochzeitern verabschiedet und den Rückweg nach Podgorica angetreten.

Auf dem Heimweg stand noch ein weiteres Highlight auf dem Programm, Zorans Bruder fuhr uns zu den sogenannten „Niagara“ Wasserfällen in der Nähe. Diese sind zwar nicht so groß wie die Namensgeber in Nordamerika, aber beeindruckend genug. Obwohl es bereits dunkel geworden war, haben wir mit unseren Handykameras einige Fotos gemacht, auf denen wir wie der „Storch im Salat“, in unseren Anzügen auf den glitschigen Felsen balancierten. Wir haben dann spontan entschieden, am nächsten Tag in unseren Budo Gis wiederzukommen und eine Fotosession durchzuführen.

Den Abend haben wir dann in Podgorica ausklingen lassen, bei ein paar kleinen Pivos und dem einen oder anderen Vodga Lemon.

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22. April 2007

Sonntag – Tag zwei, heute soll endlich auch der Budo Gi angezogen werden. Aber der Reihe nach: Zunächst haben wir uns ein kräftiges Frühstück gegönnt und einige Tassen Kaffee haben die Lebensgeister geweckt.

Anschließend legten wir die Gis an und fuhren erneut zu den Wasserfällen, die wir bereits am Vortag im Dunkeln gesehen hatten. Jetzt, am frühen Morgen, war der Anblick faszinierend. Wir posierten für einige Fotos, danach packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren zum Seminar.

Angekommen in Zorans Dojo wurden wir begrüßt und herzlich Willkommen geheißen. Die Seminarteilnehmer wärmten sich auf und wir hatten schon einmal Gelegenheit die Atmosphäre aufzunehmen.


Alle waren sehr motiviert, man sah Mädchen und Jungen, Frauen und Männern, Schülern und Meistern an, dass Sie Ihre Kunst zeigen wollten. Sie zeigten Kata und Kampf in verschiedenen Stilrichtungen und eine Wushu - Demonstration stand auf dem Programm.

Danach begann das Seminar mit einer Trainingseinheit Karate, Sensei Robert Kaiser leitete die Stunde und brachte einige Trainingsmethoden ein, die für die Teilnehmer völlig neu waren.

Dennoch wurden die Übungen mit sehr viel Ehrgeiz und Willen durchgeführt. Das anschließende Kumite stieß auf sehr große Resonanz und wurde von den Teilnehmern begierig aufgesogen. Anschließend an die Kumite Übungen, wurden die Meistergrade nach vorne geholt und Sensei Robert Kaiser lehrte diesen die Kata Tekki Shodan.

Nach einer kurzen Pause, wurde der Lehrgang mit Jiu Jitsu fortgesetzt. Einer der Schwarzgurte wurde als Assistent verpflichtet und Sensei Robert Kaiser demonstrierte die Kunst des Jiu Jitsu anhand verschiedener Partnerübungen – der Arme! Er bekam auch spontanen Applaus, für die erlittenen Qualen. Aber gekniffen wurde nicht, er hielt die komplette Trainingseinheit durch, ohne sich zu beklagen.

Im Anschluss an das Jiu Jitsu Seminar, wurde von Sensei Robert Kaiser der 6. DAN im Aikido an Predrag Buric verliehen. Auf die Frage am Vorabend, ob er eine traditionelle Zeremonie wünsche, antwortete dieser mit <Ja> („Yes, shure I want a traditional ceremony!“). Worauf Sensei Robert nur kommentierte „…der Arme…“. Aber gesagt getan, die Verleihungszeremonie wurde traditionell durchgeführt. Predrag kniete auf der Matte und erwartete das Kommende: Sensei Robert trat vor, mit dem rot/weißen Gürtel in der Hand.

Er schlug Predrag mit dem Gürtel wie beim Ritterschlag auf die Schultern; die Überraschung folgte sogleich: Nach den Schlägen (es war eher ein Streicheln) auf die Schultern, wurde der Ausgezeichnete mit dem Gürtel zweimal ins Gesicht geschlagen. Die Augen waren riesig vor Staunen und Überraschung, damit hatte Predrag nicht gerechnet!

Der nächste Programmpunkt war das Judo Seminar, geleitet von Zoran Milovic.
Er demonstrierte Bodenarbeit und Strategien zur Überwindung von Widerstand
im Bodenrandori. Beeindruckend in der Professionalität der gezeigten Übungen und der perfekten Technik.

Als letzter Programmpunkt stand taktische Selbstverteidigung nach Krav Maga auf dem Programm. Die Teilnehmerzahl hatte sich deutlich verringert und einige „schwere Jungs“ hatten sich im Dojo versammelt. In schwarz gekleidete Ninja nahmen ebenfalls teil. Nach einigen einleitenden Worten über taktische Selbstverteidigung, starteten wir in den letzten Programmpunkt dieses Seminars. Einer der Teilnehme wurde zum Assistenten ernannt und Leiter Robert Kaiser demonstrierte einige Übungen zur taktischen Selbstverteidigung. Nach einigen Übungen musste der Assistent verletzungsbedingt ausgetauscht werden. Bis zum Ende der Trainingseinheit hatte er sich dann wieder soweit erholt, dass er bei der Verleihung der Teilnahmeurkunden dabei sein konnte.

Ein langer Tag im Budo Gi, es war inzwischen 19:00 Uhr und wir verabredeten uns zu einem Kaffee bei Zoran zu Hause, er wohnt nur wenige Meter vom Dojo entfernt. Umziehen, Duschen und wir machten uns auf den Weg. Seine bezaubernde Frau Valentina servierte uns Kaffee und ein super Abendessen im Kreise seiner Familie, zu der unter anderem drei Töchter gehören.

Es war ein herzlicher und freundschaftlicher Abend, den wir so schnell nicht vergessen werden. Später verabschiedeten wir uns von seiner Familie und fuhren mit Zoran nach Podgoriza City, um dort Predrag zu treffen. In einem Club saßen wir im aufkommenden Jugo Wind zusammen und tranken den einen und auch den anderen Sundowner. Der Abend schritt voran und näherte sich einem weiteren großen Höhepunkt...

Aufgrund seiner Leistungen wurde Sensei Robert Kaiser der zweite DAN im Judo, der vierte DAN im Karate und der fünfte DAN im Jiu Jitsu verliehen.

… was natürlich im Anschluss ausgiebig gefeiert wurde.

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23. April 2007

Montag – Tag der Abreise, Abflug 9:10 Uhr – es bleibt Zeit für ein Frühstück, wobei der Eine oder Andere dies wieder mit erheblicher Zeitverzögerung zu sich nahm. Zoran holte uns vom Hotel ab und fuhr uns zum Flughafen (na, man könnte auch sagen wir sind im Tiefflug Richtung Flughafen geeilt!). Robert kritzelte noch schnell ein paar Zeilen auf ein Blatt Papier und ich versuchte meinen letzten Willen in wenige Worte zu fassen...

Man hätte uns in eine alte Tupulev mit Außenbordmotor setzen können, uns konnte nichts mehr erschüttern – wir waren heil am Flughafen angekommen. Zum Abschied tranken wir dann noch einen Kaffee an der Bar und verabschiedeten uns kurz am Gate. Zoran überreichte jedem zum Abschied noch eine Flasche hochprozentiges und wir wurden vom Sicherheitschef (per Handschlag begrüßt von Zoran) durch die Sicherheitskontrollen geleitet. Ein kurzer aber herzlicher Abschied und wir saßen im Flieger.

Soweit so gut… Zwischenlandung in Belgrad. Wir hatten zwei Stunden Aufenthalt und jeder hing so ein bisschen seinen Gedanken nach. Wir hätten eine der Flaschen trinken sollen, aber dazu mehr: Unser Flug wurde aufgerufen und wir checkten ein – Sicherheitskontrolle mit zwei Flaschen Schnaps und einer Flasche Wein im Handgepäck – gab natürlich Ärger! Nach langem Lamentieren verschenkten wir eine davon an das Flughafenpersonal, die anderen Beiden durften wir dann mitnehmen, wenn wir diese in der Tasche des Handgepäcks unterbringen könnten – südländische Mentalität – also nach einem Liter Schnaps Wegezoll, war der Weg in den Flieger nach Franfurt frei. Zwei Stunden und zweier weicher Brötchen später landeten wir dann glücklich und wohlbehalten in Frankfurt.

Als ehrliche Staatsbürger nahmen wir die zwei Stangen Zigaretten und den Alkohol aus den Taschen und wollten den Zoll nunmehr passieren. Aber irgendwie wollte man uns nicht glauben, dass dies alles war, was wir dabei hatten… „Dann würde ich mal gern in diese Tasche sehen…“ hörten wir die Zöllnerin sagen. OK – aber woher kommt nur das Misstrauen? Letzten Endes durften wir dann doch einreisen. Uwe holte uns vom Flughafen ab und brachte uns nach hause.

 

Résmué

Vier sehr beeindruckende Tage liegen hinter uns, es hat ein wenig gedauert, seine Gedanken und Empfindungen zu ordnen, um diese auch formulieren zu können. Wir haben eine sehr junge Republik kennengelernt, die überschäumt vor Energie und Esprit. Menschen, denen wir noch nie begegnet waren, haben uns in Freundschaft aufgenommen und uns einen einmaligen Einblick in ihr Land und in Ihre Kultur gewährt.


Es bleibt das Gefühl, die Welt ist für einen selber wieder etwas größer geworden und man hat neue Freunde gefunden.

 

Ein ausführlicher Reisebricht in Videoform:

Windows Media Player
ca. 138 MB
Reisebericht der Budo-Gala in Montenegro.

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